Interview: Simon Barth – Vice President bei LeanIX

Interview: Simon Barth – Vice President bei LeanIX consultingheads

Simon ist ehemaliger Unternehmensberater, aber eigentlich brennt er schon immer für das Thema „Startups“. Nachdem er nach seinem Consulting-Exit selbst eine Fitness-App entwickelt hatte, arbeitet er heute als Vice President bei unserem Unternehmenspartner LeanIX, einem sehr erfolgreichen und schnell wachsenden Tech-Startup. In einem Interview teilt Simon seinen Karriereweg und lässt Dich dabei auch an seinen Rückschlägen teilhaben. Er erzählt von seinem Erfolg bei LeanIX, was das Unternehmen so besonders macht und warum er consultingheads weiterempfiehlt. Viel Spaß beim Lesen!

Über Simon und seine Karriere

Möchtest Du Dich kurz unseren Usern vorstellen? Wie verlief Deine bisherige Karriere?

2015 habe ich angefangen bei LeanIX zu arbeiten, einem Bonner Software-as-a-Service Anbieter für das Management von komplexen IT-Portfolios. Große Unternehmen haben oft tausende Technologien im Einsatz. Wir helfen ihnen dabei, den Überblick zu behalten – das ist wichtig, um gute Entscheidungen im IT-Management zu treffen. In den vergangenen Jahren bei LeanIX habe ich in verschiedenen Rollen gearbeitet. Für mich war in jeder dieser Rollen die Frage zentral: Wie können wir schneller skalieren?

Schon seit dem Studium haben mich Startups viel beschäftigt und danach nie wirklich losgelassen. Noch während der Unizeit gründete ich mein erstes Unternehmen, arbeitete zwischenzeitlich für mehrere Jahre in der Unternehmensberatung, bevor es mich danach wieder in die Startup-Branche zog.

Fitness-App, Rückschläge & Lektionen

Nach Deinem Studium bist Du als Unternehmensberater bei DHL Consulting eingestiegen. Dann hast Du Dich für einen Ausstieg in die Startup-Gründung entschieden – nicht ganz einfach, denn ca. 80 % aller neugegründeten Unternehmen scheitern in Deutschland. Hast Du hier auch eine lehrreiche Failure-Story für uns parat?

Nach mehreren Jahren bei DHL Consulting kam das Thema „Startups“ wieder stark in mir hoch. Ich hatte einfach Lust etwas Neues aufzubauen.

Ich habe schon immer gerne Sport gemacht – nach langen Arbeitstagen fand ich es jedoch oft hart, mich noch fürs Fitnessstudio zu motivieren. Ich probierte verschiedenste Apps aus, allerdings konnte mich keine wirklich überzeugen. Mir fehlte der Aspekt, sich in irgendeiner Form zu verpflichten.

Also entwickelte ich selbst eine App, die es über GPS ermöglichte, Besuche im Fitnessstudio zu tracken. Der Clou an dem Konzept war, dass man auf seine eigenen Fitnessziele Geld setzen konnte, um sich so zum Training zu motivieren.

Wir konnten ziemlich schnell Nutzer für unsere App generieren, hatten allerdings auch mit massiven Problemen zu kämpfen. Das GPS-Tracking hat sich als technisch schwierig herausgestellt. Durch den Geldeinsatz hatten wir mit zahlreichen Hürden in Richtung Glücksspiel zu kämpfen und unser Monetarisierungsmodell setzte sehr hohe Nutzerzahlen voraus. Dazu kam, dass wir alles komplett aus eigener Tasche finanziert hatten und uns langsam die Luft ausging. Nach einigen harten Monaten beschlossen wir schließlich das Projekt einzustellen.

In der Zukunft würde ich auf jeden Fall einiges anders machen:

  • Ich würde nur noch mit einem eingespielten und komplementären Gründerteam arbeiten,
  • ein Thema wählen, in dem ich mehrjährige Erfahrung mitbringe
  • und auf ein Geschäftsmodell setzen, das von Anfang an signifikante Umsätze generiert.

Das Jahr war für mich sehr anstrengend und belastend, hat mich aber persönlich auch stark vorangebracht. In Summe würde ich deshalb niemandem vom Gründen abraten – allein schon, um in kurzer Zeit sehr viel zu lernen und sich vom „Hätte-ich-doch-mal-Syndrom“ zu heilen. Auf der anderen Seite finde ich, dass man das Gründen auch nicht zu stark romantisieren darf, so wie es gerade in der amerikanischen Literatur oft passiert. Man sollte genau hinterfragen, aus welchen Motiven man gründet und ob man wirklich gut dafür geeignet ist. Der Einstieg in ein Startup in einer frühen Phase kann eine super Alternative sein. In sehr kleinen Unternehmen bleibt für jeden Mitarbeiter viel Raum für unternehmerisches Handeln, ohne den ganz großen Druck.

Einstieg bei LeanIX und Verbindung zu consultingheads

Vor vier Jahren bist Du dann zu LeanIX gewechselt, einem B2B-Softwareanbieter im Bereich Enterprise Architecture (EA), der auch ein Unternehmenspartner von consultingheads ist. Außerdem hast Du einem Bekannten consultingheads empfohlen, für den wir daraufhin erfolgreich eine neue Herausforderung gefunden haben. Wie kam es dazu?

Ich kenne die beiden LeanIX-Gründer André Christ und Jörg Beyer, bereits aus der Zeit bei DHL Consulting. Mit beiden arbeitete ich zusammen in meinem allerersten Beratungsprojekt, einer globalen IT-Studie. Mühsam mussten wir mit viel Reiseaufwand durch Workshops in Bonn, Singapur und Atlanta Informationen über die IT-Landschaft eines Geschäftsbereichs einsammeln. Allein durch diese Erfahrung war mir klar, dass es für eine moderne Enterprise-Architecture-Lösung einen großen Bedarf geben muss. Die bestehenden Kunden waren bereits zu der Zeit sehr bekannte Unternehmen. Das hat mich, neben der guten Zusammenarbeit in der Vergangenheit, überzeugt bei LeanIX zu starten.

In einem schnell wachsenden Unternehmen ist Recruiting immer ein Thema. Gleichzeitig haben wir gesehen, dass in vielen Rollen, zum Beispiel in der strategischen Betreuung der Unternehmen (Customer Success Management), ein Beratungshintergrund sehr hilfreich ist. Dadurch sind wir auf consultingheads aufmerksam geworden und schreiben immer wieder Stellen aus. In diesem Zusammenhang ist mir im consultingheads-Newsletter eine anspruchsvolle Führungsrolle in einem Unternehmen in der Digitalwirtschaft aufgefallen, die gut auf einen ehemaligen Kollegen und Freund gepasst hat.

Simons typischer Arbeitstag als Vice President bei LeanIX

Wie sieht denn Dein Job bei LeanIX aus, was genau sind Deine Aufgabenbereiche und wie läuft ein normaler Arbeitstag als Vice President bei Dir ab?  

Ich bin mit meinem Team dafür verantwortlich, unsere Vertriebsprozesse global zu skalieren. Kurz gesagt: Wir sorgen dafür, dass die Vertriebler sich erfolgreich auf das Verkaufen konzentrieren können und unsere Kunden dabei eine erstklassige Erfahrung haben. Es ist eine spannende und herausfordernde Aufgabe, da wir als Unternehmen sehr schnell wachsen und viele neue Kollegen im Vertrieb schnell integrieren müssen.

Da mein Arbeitsalltag an sich sehr dynamisch ist, spielen für mich Routinen eine wichtige Rolle. Morgens nehme ich mir immer ein paar Minuten, um meine Gedanken in einem Journal zu sortieren. Ich plane die wichtigsten Aufgaben für den Tag und halte ein Standup-Meeting mit dem Team ab. Wenn ich nicht unterwegs bin, arbeite ich deshalb auch immer in unserem Bonner Büro. Hier habe ich eine super Ausstattung und bin schnell in einem produktiven Mindset.

Den restlichen Tag verbringe ich mit Projektarbeit, Abstimmungs-Meetings, Gesprächen mit Bewerbern und vielen ad-hoc Herausforderungen. Während eines normalen Arbeitstages ist mittlerweile ein ganzer Zoo an Tools für mich unverzichtbar: Todoist, Slack, Salesforce, Hubspot, Jira, Confluence, Box und Zoom sind täglich im Einsatz.

Warum LeanIX? Starkes Team und positive Unternehmenskultur

LeanIX war 2018 nicht nur auf Platz 10 der am schnellsten wachsenden Technologieunternehmen in Deutschland, sondern gilt seit Anfang des Jahres auch als bester Arbeitgeber in der Informations- und Kommunikationstechnologie. Auf eurer Karriereseite wird schnell deutlich warum. Was macht LeanIX besser als andere Arbeitgeber?

LeanIX schneidet sehr gut ab auf Bewertungsplattformen wie kununu & co. Hygienefaktoren, wie ein cooles Büro, hochwertige Arbeitsausstattung und attraktive Vergütung spielen dabei sicher auch eine Rolle. Viel wichtiger aber sind ein starkes Team und eine positive Unternehmenskultur.

Wir stellen aktuell zum Teil monatlich mehr neue Kollegen ein, als noch vor wenigen Jahren insgesamt im Unternehmen waren.

 Jeder neue Mitarbeiter verändert die Kultur ein Stück, was super ist, wenn man die richtigen Leute an Board bekommt. Deswegen kann man den Einfluss von Recruiting auf die Unternehmenskultur gar nicht überbewerten.

Simon Barth, Vice President bei LeanIX

Gleichzeitig wollen wir aber auch Elemente unserer Unternehmenskultur beibehalten, die uns erfolgreich gemacht haben. Drei Aspekte, die ich persönlich sehr an der LeanIX-Kultur schätze, sind: Geschwindigkeit, Transparenz und Ergebnisse. Diese Elemente spiegeln sich in vielen Aspekten unserer Arbeitsweise wider. Das ist wichtig, denn ich bin überzeugt davon, dass Unternehmenskultur sichtbar werden muss und nicht über ein paar Poster an der Wand verordnet werden kann.

Wir arbeiten zum Beispiel nach der „OKR“-Management-Methode (Objectives and Key Results), die darauf ausgerichtet ist, Unternehmensziele transparent und messbar zu machen. Mir hilft der Ansatz zu verstehen, wie meine Arbeit auf die Gesamtziele des Unternehmens einzahlt. In der Umsetzung genießen wir viele Freiheiten was die Organisation der Arbeit angeht.

Ein weiterer langjähriger Bestandteil unserer Kultur ist ein zweiwöchentliches, unternehmensweites Meeting, in dem die verschiedenen Teams ihre Arbeit vorstellen. Dadurch bleiben alle im Unternehmen über den Fortschritt in verschiedenen Bereichen informiert. Unser CEO André Christ, gibt regelmäßig ein Update, wo wir als Unternehmen stehen – auch finanziell. Jeder im Unternehmen bekommt also tiefe Einblicke, selbst in sensible Themen. Ich denke, dieses Vertrauen hilft, damit alle im Unternehmen Verantwortung übernehmen.

Über neue Kundengewinnung und das Feiern der Erfolge

LeanIX hat mittlerweile ein beeindruckendes Portfolio an namenhaften Kunden wie Adidas, Merck, DHL und Zalando aufgestellt. Habt ihr ein besonderes Ritual bei der Gewinnung eines neuen Kunden? Und welchen Kunden hast Du hier besonders gefeiert?

Wir heißen jeden neuen LeanIX-Kunden mit einem Glockenläuten willkommen. Alle Mitarbeiter versammeln sich und bekommen einen kurzen Überblick über unseren neuesten Kunden und Erfolgsfaktoren, die zum Abschluss geführt haben.

Bei einem echten Tech-Startup gehört natürlich eine kleine technische Spielerei dazu. An der Glocke ist ein ‘Dash-Button’ befestigt, über den die ganze Firma mit einer Slack-Nachricht informiert wird, dass es in ein paar Minuten etwas zu feiern gibt.

Wir freuen uns natürlich über jeden Kunden, aber es macht mich schon stolz, wenn DAX-Konzerne wie Adidas, Deutsche Telekom, oder Volkswagen unser Produkt nutzen. Mindestens genauso freue ich mich aber zu sehen, dass wir auch Mehrwert für schnellwachsende Tech-Unternehmen, wie Atlassian oder Zalando bieten können. Dies sind alles Unternehmen, die vor gar nicht zu langer Zeit selbst noch Startups waren, heute extrem erfolgreich am Markt sind und somit Vorbildcharakter für uns haben.

Vielen Dank für das interessante Interview und die ausführlichen Insights, Simon! Wir sind gespannt, wie es bei LeanIX weitergeht und wünschen Dir weiterhin viel Erfolg!

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