Consulting als Sprungbrett – Die 10 häufigsten Gründe für den Ausstieg

Consulting als Sprungbrett – Die 10 häufigsten Gründe für den Ausstieg

Als Berater hast Du einen Beruf, der unter jungen Absolventen sehr beliebt ist. Eine steile Lernkurve, der spannende Arbeitsalltag und die hohe Kompensation haben wahrscheinlich auch Dich bei Deiner Karrierewahl überzeugt. Mit einem makellosen Lebenslauf und einer intensiven Vorbereitung auf die schwierigen Interviews musstest Du Dich gegen die große Konkurrenz durchsetzen. Viele scheitern auf dem Weg zum finalen Angebot, doch Du hast es mit viel Ehrgeiz bis zum Ziel geschafft. Glückwunsch!

Wenn Du Dir nun aber nach ein oder zwei Jahren im Beruf schon Gedanken über Deinen Ausstieg und die nächsten Karriereschritte machst, dann geht es Dir wie den meisten Consultants. Viele kommen dem “Up or Out”-Prinzip zuvor und entscheiden sich selbst schon nach ein paar Jahren für das “out”. Doch woran liegt es, dass nur ein Bruchteil seine Karriere im Consulting startet und auch als Berater in Rente geht?

⇓ Direkt zu den Gründen

Der Ausstieg als natürlicher Karriereschritt

Eines steht fest: In fast keinem anderen Berufsfeld ist die Fluktuationsrate so hoch wie im Consulting. Mehr als die Hälfte der 2.500 befragten Unternehmensberater der Studie “Consulting Monitor 2017” spielen ernsthaft mit dem Gedanken, zeitnah auszusteigen:

Wie viele Berater wollen aussteigen? Consulting Monitor 2017
Quelle: Consulting-Monitor 2017 © Odgers Berndtson

Auch der Kandidatenpool von consultingheads bestätigt die hohe Fluktuationsrate innerhalb der Beratungsbranche: 71% unserer User, die sich aktiv nach neuen Karrieremöglichkeiten umschauen, haben nur maximal fünf Jahre Beratungserfahrung.

Beratungserfahrung der aktiv auf Job suchenden Berater consultingheads
Quelle: Kandidatenpool © consultingheads

In Unternehmensberatungen ist dieser schnelllebige Wechsel ganz normal. Der Ausstieg wird als positiver und natürlicher Karriereschritt gesehen. Das gesamte Recruiting und die pyramidenförmige Unternehmensstruktur sind darauf ausgerichtet.

Die 10 häufigsten Gründe für den Ausstieg

Meistens spielen bei der Entscheidung zum Ausstieg mehrere Faktoren eine Rolle. Vielleicht bist Du Dir noch unschlüssig, ob Du wirklich aussteigen willst. Dann hilft Dir die folgende Aufzählung der häufigsten Gründe für den Exit hoffentlich, mehr Klarheit zu bekommen.

Um Deine finale Entscheidung zu treffen, ist es übrigens wichtig, dass Du Dir auch darüber Gedanken machst, was Dich anfangs motiviert hat Consultant zu werden. Indem Du die Pro- und Contra-Argumente gegenüberstellst und abwägst, kannst Du besser erkennen, ob es sich nur um eine kurzfristige Frustration oder langfristige Unzufriedenheit im Job handelt. Denn ein so wichtiger Karriereschritt soll gut überlegt sein.

Übersicht:

1. Ein Angebot, das Du nicht ablehnen kannst
2. “Up or out” – Die nächste Beförderung steht an
3. Lust auf mehr Flexibilität
4. Unzufrieden mit der Jobwahl
5. Eine bessere Work-Life-Balance
6. Du willst selbst mit anpacken
7. Einen Job mit Sinn in angenehmer Atmosphäre
8. Mehr Fokus und nicht immer wieder bei null anfangen müssen
9. Wunsch nach direktem Kontakt zum Konsumenten
10. Wissensdurst

➥Infografik: 10 Gründe für den Consulting-Exit [PDF]

  1. Ein Angebot, das Du nicht ablehnen kannst

Als Berater stehen Dir nach dem Exit viele Türen offen, denn aufgrund Deiner Kompetenzen bist Du sehr gefragt. Du bist breit aufgestellt und lernst durch die verschiedenen Projekte viele unterschiedliche Industrien kennen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Du regelmäßig interessante Angebote und Anfragen erhältst. Wie zum Beispiel?

  • Du hast einen Kunden von Dir überzeugt, der Dich einstellen möchte.
  • Deine Beratung hat ein gutes Alumni-Netzwerk und vermittelt Dir gute Connections.
  • Anfragen von Headhuntern landen täglich über Xing oder LinkedIn in Deiner Mailbox.
  • Du bist auf einer Online-Karriereplattform wie consultingheads angemeldet.

Wenn sich Dir schließlich eine attraktive Karrieremöglichkeit bietet, ist es nachvollziehbar, dass Du die Chance ergreifst und das bessere Angebot annimmst. Einige Consultants steigen schon mit dem Wissen, dass sie nur kurzfristig bleiben wollen, in den Job ein. Sie sind hauptsächlich auf die vielversprechenden Ausstiegsmöglichkeiten aus.

  1. “Up or out” – Die nächste Beförderung steht an

In der Unternehmensberatung sind Deine Karriereleiter und ihre einzelnen Stationen klar vorstrukturiert. “Up or out” – wenn Du es innerhalb eines begrenzten Zeitraums nicht schaffst befördert zu werden, fliegst Du raus. Ein Grund für Deinen Ausstieg kann deshalb natürlich sein, dass Du gezwungen bist zu gehen, weil Du Dich als Low-Performer nicht gegen die starke Konkurrenz durchgesetzt hast. Doch zumindest am Anfang ist das eher selten der Fall für junge Berater.

Wahrscheinlicher ist es, dass Du Dich selbst für den Ausstieg entscheidest. Sei es aufgrund einer spannenden Exit-Option oder auch weil du gar nicht erst befördert werden willst. Während Du zwar gerne an Projekten arbeitest, beinhaltet die nächste Karrierestufe andere Aufgabenbereiche, die Dir möglicherweise weniger zusagen. Zum Beispiel bist Du als Manager häufig auch für den Verkauf der Projekte verantwortlich. Wenn Dir das keinen Spaß macht, ist es für Dich an der Zeit, von den vielen Ausstiegsoptionen zu profitieren und Dich beruflich neu zu orientieren.

  1. Lust auf mehr Flexibilität

Mehr Freiheit nach dem Consulting Exit

Als Unternehmensberater hast Du einen Beruf, der von streng geregelten Strukturen geprägt ist. Du kannst Dir Teams, Projekte und Kunden nicht einfach aussuchen, sondern sie werden Dir in der Regel zugewiesen. Auch über die langen Arbeitszeiten hast Du nur wenig Kontrolle. Wenn ein gewisses Level an Entscheidungsfreiheit für Deine Zufriedenheit im Job maßgeblich ist, ist klar, dass Du nach einiger Zeit den Exit anstreben wirst.

Hast Du aber abgesehen davon Spaß an Deinem Job, haben wir gute Nachrichten für Dich: Du kannst aus Deiner Unternehmensberatung aussteigen ohne dem Consultant-Beruf komplett den Rücken zuzuwenden. Für Dich kommt eine Freelance-Tätigkeit in Frage. Hier kannst Du Dir die Projekte und Kunden ganz frei wählen. Wir bei consultingheads helfen Dir dabei, regelmäßig passende Projekte zu finden.

  1. Unzufrieden mit der Jobwahl

Wie in jedem anderen Job kann es auch im Consulting passieren, dass Du nach einigen Monaten merkst, die komplett falsche Berufswahl getroffen zu haben. Unternehmensberatung macht Dir einfach keinen Spaß. Vielleicht hast Du den Beruf schon von Anfang an aus einer falschen Motivation angestrebt, wie zum Beispiel ausschließlich wegen des hohen Gehalts oder der attraktiven Ausstiegsmöglichkeiten. Dabei hast Du ganz vergessen, Dir im Klaren darüber zu werden, was der Job eigentlich bedeutet und ob er überhaupt zu Dir passt.

Auf jeden Fall hast Du Dir den Beruf als Berater irgendwie anders vorgestellt. Nach der anfänglichen Euphorie bereust Du Deine Entscheidung. Dir werden die Schattenseiten immer deutlicher, die Du vorher noch ignoriert oder unterschätzt hast. Doch keine Sorge, Du brauchst Dich heutzutage nicht mehr durch die ersten Jahre plagen. Wir haben schon vielen Beratern geholfen, denen es ähnlich ging wie Dir, auch mit nur wenigen Jahren Berufserfahrung an spannende Exit-Optionen zu gelangen.

  1. Eine bessere Work-Life-Balance

Spät abends nach Hause zu kommen und ganze Wochenenden auf dem Projekt in einer anderen Stadt zu verbringen verliert häufig nach einigen Monaten seinen Reiz. Der Lebensstil, der Dir am Anfang noch spannend und aufregend vorkam, sagt Dir auf einmal nicht mehr zu. Bei Deiner 60- bis 70-Stunden-Woche willst Du Dir den Stundenlohn erst gar nicht ausrechnen. Du bist nur noch gestresst und sehnst Dich nach einer besseren Work-Life-Balance.

Vor allem persönliche Gründe spielen hier eine Rolle. Du hast es satt, dass Dein Sozialleben unter der Arbeit leidet und willst endlich wieder Zeit haben für Freunde und Freizeitaktivitäten – auch unter der Woche. Spätestens wenn sich dann Deine Lebensumstände verändern und Dein eigener Familiennachwuchs bevorsteht, machst Du Dich auf der Suche nach einer Arbeit, die einen höheren Stundenlohn und mehr Freizeit bietet.

  1. Du willst selbst mit anpacken

Nach den ersten Jahren im Consulting frustrieren Dich wahrscheinlich die langsamen und ineffizienten Unternehmensstrukturen. Du machst Dir Mühe gründlich durchdachte Methoden und Modelle aufzustellen, doch deren tatsächliche Umsetzung hängt dann vom Kunden selbst ab. Meistens trägt Deine Arbeit erst im Zeitlupentempo Früchte, oft bekommst Du den Outcome überhaupt nicht mehr mit und manchmal landen sogar Deine kompletten Ergebnisse einfach in der Schublade.

Dann kommt meistens ein Punkt, an dem Geld und Prestige nicht mehr befriedigend für Dich sind. Statt externe strategische Ratschläge zu erteilen, bekommst Du Lust selbst in einem Business Hand anzulegen. Du sehnst Dich nach mehr Eigenverantwortung und entscheidest Dich für den Exit in die Industrie oder sogar in die eigene Unternehmensgründung. Doch Vorsicht: Wenn Du in die Industrie wechseln willst, musst Du damit rechnen, dass die meisten Arbeitgeber Dich genau für Deine Beraterkompetenzen einstellen und Dich wahrscheinlich in strategische Position setzen wollen.

  1. Einen Job mit Sinn in angenehmer Atmosphäre  

In Unternehmensberatungen herrscht ein strenger Business-Dresscode, Du musst unter hohem Konkurrenzdruck und ständiger Beobachtung arbeiten. Wenn Dich das nervt, dann geht es Dir wie vielen anderen Beratern, die sich eine lockere Arbeitsatmosphäre mit flachen Hierarchien wünschen. Sie wünschen sich ein Unternehmen, in dem sie sich entfalten können und das Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten entspannter ist. Deshalb entscheiden sie sich für den Ausstieg, zum Beispiel in kleinere Firmen oder Start-ups.

Abgesehen von einer lockeren Arbeitsatmosphäre kann auch eine erfüllende Arbeit für mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz sorgen. Vielleicht hast Du nach jahrelangem gänzlich profitorientiertem Arbeiten die Nase voll und sehnst Dich danach, Deine Kompetenzen für das Lösen von Problemen einzusetzen, die global gesehen wichtiger sind. Deshalb entscheidest Du Dich für den Ausstieg in ein ethisch motiviertes Unternehmen, das vielleicht sogar ganz Nonprofit unterwegs ist.

Infografik: 10 Gründe für den Consulting-Exit [PDF]

Gründe für den Consulting Exit Infografik consultingheads blog consultingheadlines
Eine Übersicht der 10 Gründe für den Consulting-Exit
  1. Mehr Fokus und nicht immer wieder bei null anfangen müssen

Geht es Dir auch so, dass Dir Deine Arbeit an den wechselnden Projekten mittlerweile nicht mehr so spannend, sondern eher repetitiv vorkommt? Bei jedem neuen Projekt musst Du wieder bei null anfangen und Du hast keine Gelegenheit, Dich wirklich auf ein Projekt zu fokussieren.

Denn als Berater musst Du Dich vor CEOs behaupten, die sich nicht selten schon seit mehr als zehn Jahren auf ein Unternehmen oder Produkt konzentrieren. Ohne dass Du Dich mit dem Projekt lange vertraut machen kannst, sollst Du dann diesem CEO als Berater zur Seite stehen. Das kann überfordern und frustrierend sein. Es ist ganz normal, dass Du Dich nach mehr Fokus sehnst und danach, selbst mal auf der anderen Seite des Tischs zu sitzen.

  1. Wunsch nach direktem Kontakt zum Konsumenten

Möglicherweise erwägst Du den Ausstieg auch, weil Dir die direkten Berührungspunkte zum Verbraucher fehlen. Denn im Consulting hast Du hauptsächlich mit Unternehmen zu tun und kommst dadurch nur indirekt mit Konsumenten in Kontakt.

Vielleicht merkst Du erst nach ein paar Jahren im Job, dass Du Dich in diesem B2B-Umfeld nicht mehr wohl fühlst. Dann bietet sich Dir die Möglichkeit, in ein kleineres B2C-Unternehmen zu wechseln oder ein eigenes Unternehmen zu gründen, falls Du selbst eine Idee für ein Produkt hast.

  1. Wissensdurst

Wenn Du immer darauf erpicht bist, etwas Neues zu lernen, hast Du mit der Unternehmensberatung genau die richtige Karrierewahl getroffen. In den ersten Jahren kannst Du im Consulting von der sehr steilen Lernkurve profitieren. Mit jedem Projekt und jedem Kunden bekommst Du neue Erkenntnisse und Einblicke in die verschiedensten Branchen und Geschäftsmodelle. Die Arbeit in den kompetenten und erfahrenen Teams stimuliert Dich und durch die vielen Fortbildungen kannst Du Deinen Wissensdurst stillen.

Doch nach einigen Jahren flacht wie in jedem anderen Beruf die Lernkurve auch im Consulting ab. Durch das anfängliche exponentielle Wachstum mag Dir die Stagnation allerdings etwas extremer als in anderen Berufen erscheinen. Dann kann es sein, dass es Dir vorkommt als würdest Du nach einem Sprintlauf gegen eine Mauer stoßen. Klar ist: Du hast Lust auf Veränderung und neue Lerneffekte. Du suchst eine neue berufliche Herausforderung oder entscheidest Dich für ein weiterführendes (MBA-)Studium.

Lust auf Veränderung

Was alle Exit-Gründe gemeinsam haben, ist die Lust auf Veränderung. Das ist menschlich, denn Du kannst Dir die Arbeit für eine Unternehmensberatung ungefähr so vorstellen: Du mietest eine neue Wohnung, entrümpelst sie und dekorierst sie. Nach sechs Monaten Arbeit gibst Du sie ab und knöpfst Dir eine neue Wohnung vor, um wieder ganz von vorne anzufangen. Bei den ersten Wohnungen ist das spannend und macht Spaß, mit der Zeit und steigendem Alter wird es aber eintönig und anstrengend. Irgendwann sehnst Du Dich nach einer neuen Aufgabe – vielleicht sogar danach Dein eigenes Haus zu bauen oder etwas ganz anderes zu machen.

Auf jeden Fall solltest Du darauf achten, keine unbedachten Entscheidungen zu treffen und Deinen Ausstieg gründlich und am besten schon frühzeitig zu planen. Es sinnvoll, dass Du regelmäßig über Deine Karriereoptionen auf dem Laufenden bleibst. Wir helfen Dir dabei und sorgen dafür, dass Du keine wichtige Karriere-Opportunity verpasst. Auf consultingheads findest Du exklusive Jobs nur für Berater und wir schicken Dir die besten Opportunities jede Woche bequem in Deine Inbox.

Bei consultingheads anmelden und Jobs für Berater finden consultingheads

Fehler entdeckt oder Verbesserungsvorschläge zu unserem Artikel? Wir sind offen für Kritik und freuen uns über Dein Feedback – per Kommentar oder E-Mail an redaktion@consultingheads.com


Quellen:

Odgers Berndtson (2017): “CONSULTING-MONITOR 2017” Zugriff auf: https://www.odgersberndtson.com/media/3899/consulting-monitor-2017.pdf

Hinterlasse eine Antwort:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Seitenfooter