Interview: Andreas Fritz – IT- und SAP-Berater

Andreas Fritz Interview IT SAP Berater

Andreas ist IT- und Unternehmensberater mit Fokus auf SAP-Sicherheit. In einem Interview erzählt er Dir von seinem Alltag, welche Unterschiede es wirklich zwischen einem IT- und Strategieberater gibt und was er sonst noch für Projekte meistert. Zuletzt gibt Dir Andreas einen Ausblick, welche drei sehr großen Veränderungen die Beraterwelt erwarten werden. Viel Spaß beim Lesen!  

Über Andreas und seine Karriere

Möchtest Du Dich kurz unseren Usern vorstellen? Wie verlief Deine bisherige Karriere?

Andreas Fritz, Ende 20, aus dem Rheinland und seit einigen Jahren bin ich als Berater unterwegs. Meine Kunden sind hauptsächlich IT- und Revisionsleiter in Konzernen, die ihre SAP-Sicherheit verbessern wollen. Dabei unterstütze ich diese aus technischer und fachlicher Sicht.

Angefangen hat das bei mir in einer Unternehmensberatung in meinem Heimatort. Da habe ich als Schüler immer in der IT ausgeholfen, bis sie mich dann fragten, ob ich mal mit zum Kunden kommen mag. So kam ich zu meinem ersten Beratungsprojekt bei einem großen Telekommunikationskonzern in Bonn. Das war 2009. Nach einem Informatik-Studium habe ich die Beratung dann zum Beruf gemacht.

Wie kamst Du zu consultingheads und warum hast Du Dich bei uns angemeldet? Was hat Dir an unserer Plattform gefallen?

Aus beruflicher Neugier. Während ihr die Plattform gestartet habt, befand ich mich gerade in einer Bewerbungsphase. Und Beratungsunternehmen, die so schnell auf neuen Plattformen unterwegs sind, haben etwas Innovatives an sich.

Was mir unabhängig von den Beratungen an consultingheads gut gefällt, ist der klare Fokus auf Berater und ihre Bedürfnisse. Damit meine ich zum Beispiel den Skill-Match und die daraus resultierende persönliche Empfehlung.

Andreas Fritz, IT- und SAP-Berater

Seit kurzem bist Du bei adesso tätig, einem führendenden IT-Dienstleister. Was machst Du dort genau, was sind Deine Aufgabenbereiche und wie läuft ein normaler Arbeitstag bei Dir ab?

Zur adesso bin ich gekommen, weil wir dort ein Leistungsangebot für das Thema SAP-Sicherheit neu aufbauen. Parallel dazu stellen wir auch neue Kollegen ein, die Interesse an dem Thema haben. Insgesamt eine tolle Herausforderung!

Für mich bedeutet das jetzt am Anfang viel Pionierarbeit, sowohl auf der Kundenseite als auch bei der Suche nach neuen Kollegen. Und für neue Kollegen: Wir können unsere Angebote ein Stück weit selbst gestalten. Das finde ich kreativ und spannend.

Das einzig Regelmäßige ist, dass abseits der Projekte meine Tage immer mit ein bisschen Marketing und Vertrieb gespickt sind. Wenn Dich also das Thema SAP-Sicherheit interessiert … 😉

Unterschiede zwischen einem Strategie- und IT-Berater

Abgesehen vom fachlichen Aspekt, was würdest Du sagen, sind drei Unterschiede zwischen einem Strategie- und IT-Berater?

Spontan fallen mir drei Punkte ein, die aber nur meinen ganz persönlichen Eindruck widerspiegeln:

  1. Beide haben eine unterschiedliche Perspektive auf die Dinge. Während der Strategie-Berater seine Fälle aus vielen verschiedenen Blickwinkeln betrachten muss, hat der IT-Berater oft weniger Blickwinkel in seinen Projekten, aber dafür einen starken Fokus.
  2. Ein Hauptmerkmal von Strategie-Beratern ist, dass sie gekonnte Fragensteller sind. In den meisten meiner Gespräche mit solchen Kollegen, haben sie mich mit sehr interessanten Fragen überrascht. IT-Berater hingegen haben häufig ein sehr iteratives Vorgehen im Blut. „Try and Error“ gehört für jeden dazu, der schon mal programmiert hat.
  3. Alle anderen Klischees über Strategie- und IT-Berater stimmen natürlich genauso. Ausnahmslos! 😉

Digitale Transformation der eigenen Beratungsprozesse

Als IT-Consultant bist Du dem Thema „Digitalisierung“ ja besonders nahe und unterstützt Unternehmen bei der digitalen Transformation. Doch wie sieht es eigentlich mit den Beratungsprozessen selbst aus? Nutzen Consultants und Beratungen die Fülle an Möglichkeiten, um auch ihre eigenen Prozesse zu automatisieren? Was könnte verbessert werden?

Um es kurz zu sagen: Nein. Manchmal bearbeiten wir Berater so viele Themen für unsere Kunden, dass unsere eigenen Baustellen viel zu kurz kommen.

Ich denke da zum Beispiel an Reisekosten, die mittlerweile durch Apps mit künstlicher Intelligenz vollautomatisch erfasst werden können. Oder die Terminfindung mit Kunden, die oft sehr umständlich stattfinden. Auch das Potential, das Online-Marketing bietet, um immer wieder neue Interessenten hervor zu bringen, ist noch lange nicht ausgeschöpft. Da geht also noch viel!

Über Mentoren und Mentoring

Gleich am Anfang Deiner Karriere hattest Du das Glück, dass Dich Dein erster Chef unter die Fittiche genommen hat – ein älterer Herr mit langjähriger Beratungserfahrung, der unter Parkinson litt. Während Du ihm bei der täglichen Arbeit unterstützen konntest, hat er Dich als Mentor begleitet. Was war wohl der klügste Rat, den Du von ihm erhalten hast?

Volker, so hieß mein Mentor, wohnte in Spanien und kam jede Woche nach Deutschland geflogen. Trotz seines Alters von über 60 Jahren und trotz der Parkinson-Erkrankung. Jede Woche! Er machte das nicht nur um hier zu arbeiten, sondern vor allem auch um geistig fit zu bleiben und weiterhin zu lernen. Das hat bei mir Eindruck hinterlassen.

Seitdem lese ich regelmäßig. Vorher habe ich Bücher maximal als Türstopper verwendet. Dazu investiere ich jedes Jahr einen guten Betrag in Seminare und Trainings. Und ich suche mir immer wieder neue Herausforderungen, an denen ich wachsen kann.

Wer ist heute Dein Mentor? Hast Du selbst auch Mentees und was würdest Du sagen, sind die größten Herausforderungen und Verantwortungen eines Mentors gegenüber seinem Mentee?

Aktuell gibt es bei mir keine einzelne Person mehr, die ich als meinen Mentor bezeichnen würde. Stattdessen studiere ich bestimmte Leute über mehrere Jahre, von denen ich ein konkretes Thema unbedingt lernen möchte. Das ist anders wie die Beziehung zu einem Mentor. Es ist etwas mühsamer zu Beginn, wird aber immer einfacher, weil man sich Themen selbst erschließt.

Damit ist das auch die größte Herausforderung für einen Mentor, wenn er sich in der Rolle sieht: Dem Mentee seine Unabhängigkeit zu bewahren. Ein Mentor kann zum Beispiel viele Türen öffnen und Kontakte herstellen. Aber wenn der Mentee im Laufe der Beziehung nicht lernt, wie er das für sich selbst machen kann, dann verpufft die Wirkung sehr schnell.

Zwar habe ich auf der Arbeit immer wieder neue Kollegen eingearbeitet und ein Stück weit begleitet, mich jedoch nie in der Rolle eines Mentors gesehen.

Blog und Beratertraining

Seit drei Jahren bist Du als freier Autor tätig und bietest Trainings für Junior Consultants an. Was hat Dich ursprünglich dazu bewogen, Deinen Blog zu starten, und welche Themen behandelst Du dort?

Was ich von Volker alles gelernt habe, das habe ich anfangs gar nicht wirklich zu schätzen gewusst. Erst als ich nach dem Studium Vollzeit in der Beratung angefangen habe, habe ich das realisiert. Ich habe gemerkt, dass andere nicht das Glück hatten, von jemandem mit jahrzehntelanger Beratungserfahrung lernen zu dürfen.

Aus dem Gedanken ist der Blog entstanden. Er ist für Berater gedacht, die gerade bei einer Unternehmensberatung anfangen oder schon ein paar Jahre dabei sind. Alles dreht sich rund um das Beraterleben: Also Erfahrungen, die ich im Alltag mache, Fähigkeiten die hilfreich als Berater sind, Geschäftsreisen, usw. Konkret geht es dann um „10 Tipps für eine gelungene Präsentation“ oder „3 unterhaltsame Filme über Berater“.

Erzähle uns doch ein bisschen von Deinem Beratertraining! Wer nimmt hier Teil? Werden Teilnehmer vorher von Dir selektiert? Wie laufen diese zwei Tage ab?

Auch die Idee ist wieder aus der Praxis entstanden. Während der ersten paar Jahre in der Beratung durfte ich sehr viele Trainings und Schulungen besuchen. Wirklich im Projektalltag mit Kunden haben mir dann aber nur einige wenige Konzepte und Ideen daraus geholfen. Wenn ich sie bloß schon in den ersten paar Monaten gekannt hätte…

Das habe ich dann zum Anlass genommen und diese so wichtigen Beratungs-Grundlagen in ein zweitägiges Training verpackt. Dabei geht es ums Präsentieren, sich selbst Organisieren und einige Grundlagen im Vertrieb.

Aktuell ist das Beratertraining ein Inhouse-Training für bis zu acht Teilnehmern. Es richtet sich also an Beratungen, die regelmäßig neue Mitarbeiter bekommen und diese so schnell wie möglich auf Flughöhe bekommen wollen. Wer vorab ein paar Details dazu haben möchte, kann sich gerne direkt bei mir melden.

Einfluss der „Knowledge Revolution“ auf die Beratung

Du bist jemand, der sein Wissen sehr gerne mit anderen teilt und triffst dadurch auch den Zahn der Zeit. Was denkst Du sind die Folgen der „Knowledge Revolution“ und Demokratisierung des Wissens für die Beratungsbranche? Was wird sich verändern, wenn das Wissen, Deine ursprüngliche Hauptressource als Berater, zunehmend durch das Internet für alle zugänglich wird – so auch für Deine Klienten?

Das sehe ich ganz ähnlich. Dort gibt es, meiner Meinung nach, drei sehr große Veränderungen.

Die erste merken wir bereits (auch privat): Es gibt ein Überangebot an Informationen. Eine echte Reizüberflutung. Dank dem Internet und Suchmaschinen geht es nicht mehr darum, eine Information überhaupt finden zu können. Sondern die Herausforderung ist mittlerweile aus der schieren Masse an Informationen die wirklich passenden auszuwählen. Hier braucht es bereits sehr oft zusätzliche Expertise, um eine gute Entscheidung treffen zu können.

Der nächste schwierige Schritt ist, diese Informationen auch in Wissen zu verwandeln und dann in die Praxis zu übertragen. Das können Unternehmen selbst sehr gut. Nur die Geschwindigkeit, in der das passieren muss, hat sich drastisch gesteigert. Dadurch fällt bereits erlerntes Wissen schnell wieder hinten runter oder kann gar nicht nachhaltig aufgebaut werden. Hier kann Beratung genauso helfen, den Schritt von der Theorie zur Praxis zu gehen.

Und die dritte Veränderung kommt jetzt gerade erst auf uns zu. Durch künstliche Intelligenz oder Quantencomputer entwickeln wir Menschen Dinge, die wir selbst nicht mehr begreifen können. Gleichzeitig wird das aber in sehr vielen Bereichen und Unternehmen zum Einsatz kommen. Dafür müssen wir das Unbegreifliche begreiflich machen, sodass wir es tatsächlich sinnvoll einsetzen können. Die ersten Berater mit Glaskugeln können sich schon mal in Stellung bringen 😉

Vielen Dank für das interessante Interview, Andreas! Wir wünschen Dir weiterhin alles Gute und viel Erfolg bei Deinen Projekten!

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