Digitale Transformation im Consulting: Wie K.I., Big Data & Co den Berater-Beruf verändern werden

Digitale Transformation im Consulting: Wie K.I., Big Data & Co den Berater-Beruf verändern werden Ausblick

Im Zeitalter Industrie 4.0 ist der Bedarf nach Beratung enorm. Mehr denn je brauchen Geschäftsführung und Management jeder Unternehmensgröße Unterstützung, technische Neuerungen zu implementieren: Künstliche Intelligenz, Internet of Things und Big Data sind Schwerpunkte, die im Consulting momentan besonders gefragt sind. So kommt es auch, dass die Consultingbranche vom Digitalisierungstrend profitiert und in den letzten Jahren starkes Umsatz- und Personalwachstum verzeichnen konnte.

Doch obwohl der digitale Wandel fester Bestandteil der Beratungsthemen im Consulting geworden ist, hat sich die eigentliche Beratungstätigkeit in den letzten Jahren kaum verändert – noch nicht. Doch wie wird nach der Digitalisierung Dein Berater-Beruf in Zukunft aussehen? Wie wirkt sich die digitale Transformation auf Beratungsprozesse, Berater-Profile und das Recruiting aus? In welchen Bereichen sind Berater trotz künstlicher Intelligenz unersetzlich? Das und mehr verraten wir Dir in folgendem Artikel!

Übersicht:

Was wird sich nach der digitalen Transformation für Dich als Berater ändern?

>> Digitalisierung der Beratungsprozesse

>> Big Data: Datenbeschaffung und -analyse

>> Digitalisierung des Beraterwissens

Infografik: Digitale Transformation im Consulting [PDF]

Was bleibt dem Berater?

>> Wird künstliche Intelligenz den Berater in Zukunft ersetzen?

>> Beraterprofil nach der digitalen Transformation

Digitales und effektives Recruiting im Consulting

In Zukunft erwartet uns eine ganz neue Beraterwelt

Was wird sich nach der digitalen Transformation für Dich als Berater ändern?

Die Digitalisierung wird die gesamte Consultingbranche transformieren. Betrachten wir Deine alltägliche Arbeit als Berater, wirst Du hauptsächlich durch die Entwicklung der Beratungsprozesse und die Digitalisierung Deines Beraterwissens betroffen sein.

Digitalisierung der Beratungsprozesse

Je mehr Beratungsprozesse digitalisiert werden, desto stärker verändert sich auch Dein Beruf als Berater. Obwohl die technischen Voraussetzungen hierfür schon größtenteils gegeben sind, hat sich bisher nur wenig verändert. Es ist eine Frage der Zeit bis Prozesse im Consulting mit Hilfe von Apps, integrierten Cloudlösungen, Softwares und automatisierten Programmen deutlich effizienter ablaufen bis sie vielleicht sogar komplett durch digitalisierte Lösungen ersetzt werden. Beispiele sind:

Prozess Digitalisierte Lösung
Kundenakquise Matchingportale inkl. Bewertungsfunktion und virtueller Auktionsmechanismen für Honorare
Ansprache der Klienten Zeitgemäße CRM-Systeme
Zusammenstellung der Beraterteams Automatisierte Systeme mit integrierter Skill-Bewertung
Datenbeschaffung und -analyse* Big-Data-Softwares
Austausch von Informationen Wissenspools der Unternehmensberatungen (inkl. Informationen zu Kunden) mit Suchfunktion
Prognosen Automatisierte Prognosesoftwares
Zeiterfassung & Rechnungsstellung Smartphone-Apps mit automatisierter Schnittstelle zum Rechnungsstellungsworkflow
Reisebuchung und Übernahme der Reisekosten Automatisierte Prozesse in Smartphone-Apps
Vor-Ort Besuche beim Kunden „Remote-Beratung“ mit Videokonferenzen und Chat Tools
Schulungen Digitale Online-Fortbildungen

*Big Data: Datenbeschaffung und -analyse

Das Thema Big Data ist einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Einflussfaktor der digitalen Transformation. Das gilt für jede Branche und natürlich auch für die Unternehmensberatung, bei der das Beschaffen und die Analyse von Daten ein essenzieller Bestandteil der Dienstleistung ist.

Momentan geht es Unternehmen darum, die riesigen Datenmengen, über die sie verfügen, auch nutzen zu können. Für die Einführung von analytischen Softwares suchen sie deshalb beratende Data Scientists und Experten. Dies wird aktuell besonders bei den Themen Industrie 4.0, Internet of Things, E-Commerce und Digital Marketing nachgefragt.

Sobald diese Softwares allerdings eingeführt sind, wird die Datenanalyse automatisiert ablaufen: Künstliche Intelligenz wird die Daten schnell visualisieren, um Ausreißer, Trends oder Muster zu finden. Das bedeutet, dass ein bisher wichtiger Aufgabenbereich Deines Berufs als Beraters wegfallen wird. Du wirst nicht mehr für die Datenbeschaffung und -analyse zuständig sein.

Digitalisierung des Beraterwissens

Ein weiteres Merkmal der digitalen Transformation ist die sogenannte „Knowledge Revolution“ beziehungsweise Demokratisierung des Wissens: Das Wissen, Deine ursprüngliche Hauptressource als Berater, wird zunehmend durch das Internet für alle zugänglich – so auch für Deine Klienten. Diese werden geschickter darin abzuschätzen, welche (Teil-)Aufträge sie an Externe vergeben müssen und welche Beratungen oder auch (Freelance-)Berater jeweils am besten dafür geeignet sind.

Diese Entwicklung trägt maßgeblich dazu bei, dass der Bedarf nach traditioneller Beratung abnehmen wird. Großflächige, prozessorientierte Themen mit überschaubarer Komplexität bzw. wenigen Wechselwirkungen zu anderen Unternehmensbereichen werden immer weniger nachgefragt werden. Stattdessen steigt der Bedarf nach Beratung in konkreten Nischenthemen. Das wird die Consultingbranche langfristig revolutionieren.

In Zukunft könnte es so weit gehen, dass es eine vollintegrierte Weblösung für Unternehmensberatung geben wird: eine Art Online-Shop für digitale Beratungsdienstleistungen, in dem man sich Beratungsangebote selbst zusammenstellen und in den Warenkorb legen kann. In naher Zukunft wird es allerdings zunächst zu folgenden Entwicklungen kommen:

  • Berater werden nach Wert der Dienstleistung und nicht auf Stunden- oder Tagesbasis abrechnen.
  • Modulare Anbieter von Beratungsleistungen, die sich auf ein bestimmtes Glied in der Wertschöpfungskette spezialisieren, werden häufiger nachgefragt.
  • Die Nachfrage nach Freelance-Beratern mit bestimmter Expertise wird steigen.
  • Statt mehr Berater fest einzustellen, wird das Know-how eingekauft.

Infografik: Digitale Transformation im Consulting [PDF]

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Was bleibt dem Berater?

Durch all diese Entwicklungen, die die digitale Transformation mit sich bringen wird, werden Deine Aufgabenbereiche als Berater effizienter ablaufen und manche sogar komplett wegfallen. Doch ist es möglich, Dich langfristig durch künstliche Intelligenz zu ersetzen? Könnte die digitale Revolution die Unternehmensberatung, die bislang sehr gut am Digitalisierungstrend verdient, auch irgendwann überflüssig machen?

Wird künstliche Intelligenz den Berater in Zukunft ersetzen?

Was meinst Du: Wird K.I. den Berater in Zukunft ersetzen?

Schauen wir uns dafür die Digitalisierung im Consulting Schritt für Schritt an. In einem lesenswerten Artikel, teilen die Autoren Greff, Werth und Scheer diese in vier Entwicklungsstufen beziehungsweise Ausprägungen ein (aus Consulting 4.0 – Die Digitalisierung der Unternehmensberatung):

  1. Computer unterstützte Beratung: Allgemeine Softwarewerkzeuge werden eingesetzt, um einzelne Aufgaben zu unterstützen (z.B. Excel und PowerPoint).
  2. Computer gestützte Beratung: Softwarewerkzeuge werden speziell für die Beratungsbranche entwickelt, um einzelne Aufgaben spezifisch zu unterstützen.
  3. Computer gesteuerte Beratung: Es werden nicht nur Aufgaben unterstützt, sondern der Prozess der Beratungserbringung als Ganzes.
  4. Computer erbrachte Beratung: Der Berater wird komplett durch ein Softwaresystem substituiert.

Wir befinden uns demnach in der zweiten Stufe (Phase eins haben wir schon längst implementiert. Wer kann sich schließlich einen Berater ohne Excel oder PowerPoint vorstellen? 😉 ). Aktuell werden Consulting-Prozesse und Routineaufgaben, wie Datenbeschaffung und -analyse, durch Digitalisierung und den Einsatz von K.I. beschleunigt.

Nach diesem Schritt steuern wir möglicherweise langsam auf die dritte Stufe, der computergesteuerten Beratung zu. Doch komplexe Managemententscheidungen, die ein hohes Maß an Kreativität und strategischem Denken erfordern, werden noch sehr lange Teil des Consultings bleiben – sie werden lediglich durch Softwares unterstützt.

Stufe 4: Computer erbrachte Beratung?

Wird daraufhin eine gänzlich Computer erbrachte Beratung folgen, in der der Berater irgendwann komplett durch eine Software substituiert wird? Wir sagen: Nein, künstliche Intelligenz kann Dich als Berater nicht gänzlich ersetzen.

Dort, wo persönliche, empathische Interaktionen mit der Organisation notwendig sind, wirst Du auch weiterhin gebraucht werden. Dies ist zum Beispiel besonders bei großen Veränderungsprogrammen der Fall. Hier ist der persönliche Kontakt besonders wichtig, um Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter bei Veränderungen zu unterstützen. Eines bleibt Dir also erhalten: die Kommunikation.

Neue Aufgaben: Entwicklung von Produkten und Geschäftsmodellen

Doch darüber hinaus bietet Dir die Digitalisierung eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten, Dich zu entfalten und Deine Skills einzusetzen. Sie schenkt Dir nämlich das kostbarste Beratergut: Zeit. Das ist auch notwendig, denn durch die Wissensexplosion werden Kunden ergebnisorientierter.

Kunden interessieren sich weniger für PowerPoint-Präsentationen und Frameworks, sondern verlangen für ihre Ausgaben schnellere und konkretere Ergebnisse wie Produkte und Lösungen. Ein mögliches neues Aufgabenfeld wird sein, dass Du in Zukunft auch für den Aufbau neuer Produkte und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Auftrag für den Kunden zuständig sein wirst.

Dies verändert die Arbeitsweise der Unternehmensberatung im 21. Jahrhundert drastisch. Die großen Häuser (z.B. BCG mit Digital Ventures) machen vor, wie man mit dem Kunden gemeinsam neue Produkte oder Dienstleistungen entwickelt.

Beraterprofil nach der digitalen Transformation der Unternehmensberatung

Eine so drastische Veränderung der Arbeitsweise zieht natürlich auch eine Entwicklung des typischen Beraterprofils mit sich. Als Consultant solltest Du Dich weiterhin in verschiedenen Themen und Industrien auskennen. Ein paar Tools und Methoden können auch nicht schaden. Doch mit dem Übergang zu Consulting 4.0 reicht Optimierung allein nicht mehr aus.

Top-Absolventen mit glattpoliertem Lebenslauf, die Frameworks blind anwenden und auf PowerPoint-Folien packen, werden in Zukunft wenig erfolgreich in der Beratung sein. Heute ist der Spezialist gefragt. Gesucht werden Beratertalente mit Expertenwissen und Macher, die Prozesse neu denken und gestalten können.

Digitales und effektives Recruiting im Consulting

Digitales und effektives Recruiting im Consulting

Diese Veränderungen machen die Personalsuche nach geeigneten Talenten für Firmen schwieriger und kostspieliger: es werden verstärkt Experten und Berater gesucht, die auf ein ganz bestimmtes Projekt zugeschnitten sind. Da kommt es gelegen, dass die Beschaffung des richtigen Beraters als einen Teil der Wertschöpfungskette im Consulting schon digitalisiert wurde.

Das passiert durch digitale Vermittlungsplattformen, wie auch durch uns bei consultingheads. Wir erleichtern Unternehmen die Personalbeschaffung und Kandidaten die Jobsuche, indem wir den Recruitingprozess digitalisieren und damit schnell und effizient gestalten. Wie funktioniert das?

Wir stellen eine Plattform zur Verfügung, die Berater und Firmen zusammenführt. Daneben verwenden wir den sogenannten Skill-Match, einen intelligenten Matching-Algorithmus, der Vakanzen lediglich an besonders geeignete Kandidaten ausspielt. Durch Predictive Analytics können wir außerdem einschätzen, welche Kandidaten besonders interessiert sind.

Diese digitalen Tools erlauben es uns, die Kandidatenbetreuung zeit- und kosteneffizienter zu gestalten. Wie könnte sich das in Zukunft noch entwickeln? Möglichkeiten wären der Einsatz eines Sprachassistenten oder eine App, in der Jobs und Berater noch einfacher per Smartphone selektiert werden können. Das würde es Unternehmen noch eher ermöglichen, für ein sehr spezielles Problem zeitnah den richtigen Experten zu finden. Consulting-as-a-Service sozusagen.

In Zukunft erwartet uns eine ganz neue Beraterwelt

Beratung ist und bleibt also ein People Business – auch mit Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Trotzdem erwartet uns in Zukunft eine ganz neue Beraterwelt: Mit der Transformation der Arbeitswelt und den neuen technischen Möglichkeiten verändert sich der Berater-Beruf drastisch. Doch keine Panik! Der Wandel ist erfreulich, denn durch die Digitalisierung wird die Beraterlandschaft kreativer, bunter und vielfältiger. Oder wie siehst Du das?

Siehst Du die digitale Transformation im Consulting als negative, positive oder neutrale Entwicklung?

Einen weiteren Artikel zu diesem Thema widmen wir bald dem Umbruch und der Disruption der Consultingbranche. Also bleib gespannt!

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